Verschiedene Haltungsformen

Eine artgerechte Haltung von Papageien, besonders von größeren Arten, ist in Gefangenschaft oftmals nur schwer zu verwirklichen. Entsprechend ihrer Größe und Spannweite bis zu 80cm muss  die Voliere groß genug angelegt sein. Außerdem sollte die Lautstärke (bis zu 120 dB bei Aras und Kakadus möglich) berücksichtigt werden, wobei dann dementsprechend Abstand zu Wohnhäusern etc. gehalten werden sollte.
Man kann einer artgerechten Haltung jedoch recht nahe kommen, wenn man sich vor der Anschaffung über die jeweiligen Bedürfnisse der Vögel informiert und dann versucht, diesen einigermaßen gerecht zu werden, denn auch das Leben in Freiheit birgt für Papageien durchaus viele Gefahren wie Umweltverschmutzung, Zerstörung des Habitats, Wildfang oder einfach fehlende Nahrung.

In Deutschland ist die private Papageienhaltung noch erlaubt, es wird aber davon abgeraten. Die Haltung unterliegt den Bestimmungen des deutschen Tierschutzgesetzes, welches auch die Mindestgröße von Käfigen/Volieren vorschreibt. Ob diese Vorgaben ausreichen ist ein anderes Thema - Tatsache ist aber, dass viele psychische Auffälligkeiten oder gar Krankheiten falscher Haltungsform (Käfiggröße, Einzelhaltung) zuzuschreiben sind!
Daher ist das Thema Unterbringung für jeden verantwortungsvollen Papageienhalter elementar wichtig, da es bereits die Grundlage für ein gesundes Leben der Tiere bedeutet. Hier gibt es nun verschiedene Möglichkeiten.

Bei einer Käfighaltung in der Wohnung besagt eine Faustregel, dass die Vögel in der Lage sein müssen, 2-3 Flügelschläge in ihrem Käftig machen zu können, nur dann ist die Größe ausreichend. Dies bedeutet für die meisten Papageien eine Mindestlänge von 2 Metern. Zusätzlich muss die Möglichkeit für täglichern Freiflug geboten werden.

Viele Papageien werden so im Wohnzimmer in ständiger Gesellschaft des Menschen gehalten und haben keine Gelegenheit, auch mal unter sich zu sein. Diese Haltung ist nicht ideal und mit größeren, lauten Papgeien eher unmöglich.
Eine weitere Möglichkeit ist das sogenannte "Vogelzimmer". Da hier ein kompletter Raum zu Verfügung steht, der im Idealfall auch noch über 1 bis 2 Fenster verfügt, ist die Papageienhaltung hier sehr viel besser zu verwirklichen. Oft ist dann sogar durch das Platzangebot eine Haltung von mehreren Vögeln möglich, welches sich bei diesen sozialen Tieren natürlich äußerst positiv auswirkt. Ist das Zimmer jedoch nur durch eine geschlossene Tür zur restlichen Wohnung begehbar, kann es unter Umständen auch zu territorial bedingter Aggressivität kommen, wenn man diesen - ihren -  Bereich betritt. Vor allem, wenn Nistmöglichkeiten in Vogelzimmern angeboten werden, verschmelzen diese Unterschiede und der Raum wird entsprechend verteidigt
 
Bei beiden Haltungsformen ist jedoch einiges zu beachten. Die UV Strahlung muss in den meisten Fällen durch entsprechende Leuchtstoffröhren zusätzlich unterstützt werden, da sie durch Fenster nur bedingt bis gar nicht eindringen kann. Der Federstaub, den viele Papageien - insbesondere Kakadus - erzeugen, muss aus der Luft herausgefiltert werden. Gleichzeitig muss eventuell Feuchtigkeit zugeführt werden. Dies alles erfodert eine gewisse technische Einrichtung, die regelmäßig kontrolliert werden sollte. (Keimbildung)
Die idealste Haltungsform für Papageien ist eine Aussenvoliere mit Schutzhaus. Sie ermöglicht den Vögeln Bewegung an der frischen Luft und bietet durch ein gedämmtes beheizbares Schutzhaus den Rückzug bei kalter Witterung bzw. Schutz vor zu großer Hitze. Luftfeuchtigkeit und echtes Sonnenlicht gibt´s gratis dazu - auch im Winter.

Wir haben festggestellt, dass sich unsere Papageien, die ja normalerweise in tropischen, warmen Regionen zu Hause sind, gerne auch bei niedrigen Temperaturen draußen aufhalten. Dadurch haben sie ein gutes Imunssystem entwickelt und das Federkleid ist dichter und deutlich schöner geworden. Diese Feststellung ist uns auch schon von anderen Papgeienhaltern, die diese Haltungsform nutzen, bestätigt worden. Abgesehen davon bietet die Aussenvoliere Bewegungsfreiheit und Abwechslung durch äußere Einflüsse, was wiederum der Intelligenz und Kreativität der Vögel entgegen kommt.
(Bild: Voliere B 5m x T 3,5m x H 2,4m / Schutzhaus: 1,5m x 3m)